Herzlich willkommen!

Endlich Sommer!

Die Evangelische Kirchengemeinde Altenkirchen wünscht allen schöne Sommerferien, wo auch immer Sie sind!

Sommer

Ich bin der Herr, dein Gott.

Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. 5. Mose 5

10 GeboteMartin Luthers Erklärung zu diesem ersten und wichtigsten der 10 Gebote gibt in einer großartigen Dichte wieder, was mit diesem „Grundgesetz des Volkes Gottes“ gemeint ist: „Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.“

Mag auch die Welt von einer Katastrophe zur anderen treiben, mag unser Herz noch so sehr von Unruhe, Angst und Sehnsucht erfüllt sein, Gott greift mit diesen Worten nach uns als seinem Eigentum: „Ich bin der Herr, dein Gott“. Dies ist nicht ein Wort, das sternenfern über dem brodelnden Meer des Lebens steht. Es will hinein in den Alltag. Es will uns Orientierung und Richtung, Hilfe und Trost geben, denn ununterbrochen machen wir uns unsere eigenen Götter und fürchten und lieben sie. Und wieder hat Martin Luther unsere treulose Abkehr von Gott auf den Punkt gebracht: „Wo einer sein Herz hinhängt, das ist sein Gott“ – so mögen die Nation, die sozialen Medien, der Fortschritt, die Mode, der Fußballverein, die Medizin, etc. zu unsern Götzen werden.

Auch in unserm ganz persönlichen Bereich kann etwas, was schlichte Lebensnotwendigkeit oder gutes Geschenk Gottes sein will, auf einmal zum Götzen werden. Nicht nur das, was uns sofort einleuchtet und wo wir die Warnsignale spontan wahrnehmen, wie etwa das Geld oder die Macht, kann es sein, sondern auch die Arbeit, auch die Kinder, auch die Kunst, der Verein, die Partei, auch die Familie – ja selbst die Kirche! Dann nämlich, wenn sie unser Ein und Alles werden. Auf einmal sind sie in unserm Leben an die Stelle Gottes gerückt, obwohl wir es doch wissen müssten, was für problematische Götter das sind und dass sie unser Leben und einmal unser Sterben nicht zu tragen vermögen.

Worauf es ankommt, ist, in der Prüfung des eigenen Herzens jene Veränderungen wahrzunehmen, wo wir von dem, was wir brauchen, und von dem, wovor wir Angst oder woran wir unsere Freude haben, plötzlich beherrscht werden. Wenn Luther nicht mehr ein noch aus wusste, in Stunden schwerster Anfechtungen, soll er auf den Tisch mit Kreide geschrieben haben: „Ich bin getauft!“ Er stellte sich damit vor Augen: Ich kann mich jetzt nicht mehr selbst halten, ich habe es nie gekonnt. Aber du, weil du doch mein Gott sein willst, hast es mir zugesagt und in der Taufe versprochen, dass du mich halten, tragen und erretten willst.

Vielleicht vermag auch uns in schweren Stunden, die nicht ausbleiben werden, die Sichtweise Martin Luthers zu helfen?

Herzlichst Ihr Pfr. W. Zeidler