Kantorei

Herzlich Willkommen bei der Kantorei der Christuskirche Altenkirchen!

Die Kantorei der Ev. Kirchengemeinde Altenkirchen besteht seit 1835 und umfasst mehr als 25 aktive Sängerinnen und Sänger. Die musikalische Leitung hat Kantorin Hyejoung Choi (hyejoung.choi@ekir.de).

Der Chor probt in der Regel einmal wöchentlich, immer dienstags von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr im Martin-Luther-Saal unterhalb der Christuskirche. Aktuell findet bis Mitte Februar 2025 keine Probe statt.

Übrigens: Als nächstes größeres Projekt studieren wir die Bach’sche Johannes-Passion ein, die wir im Frühjar 2026 aufführen wollen.

Wenn Sie Interesse am Mitsingen haben, weitere Informationen wünschen, Fragen oder Anregungen haben, dann stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


Ulrike Termath
02681-9817011
ulriketermath@gmx.de

oder

Manfred Pees
02688-1460
ManfredPees@t-online.de

Mehr als nur eine „Vertretung“ - Ein Rückblick: Frau Rauscher und die Kantorei

VerabschiedungProbeDa gab es bedenkliche Gesichter am Jahresanfang: Hyejoung Choi für ein halbes Jahr in Elternzeit? Diese für Familie Choi erfreuliche Tatsache bedeutete für uns in der Kantorei, dass sich nun die Frage nach einer Vertretung stellte. Doch geeignete Kandidaten winkten ab, ein halbes Jahr schien zu viel. Dann die erlösende Nachricht: Brigitte Rauscher, ihres Zeichens neuberufene Leiterin der Kirchenmusik im Landeskirchenamt der EKiR, hatte Hyejoung Choi eine Zusage gegeben.
Bereits nach den ersten Proben war klar, dass ihre Vertretung bei uns einiges versprach. Als langjährige Kantorin in Troisdorf brachte Frau Rauscher nicht nur eine profunde musikalische Kompetenz mit, sondern auch umfassende Erfahrung mit der Leitung von Chören. Das zeigte sich im Üben und Einstudieren weiterer Teile der Johannes-Passion ebenso wie bei der Vorbereitung verschiedener Stücke für den gottesdienstlichen Gebrauch. Für sie war es zudem gar keine Frage, mit uns den Gottesdienst in der„Osternacht“ zu bestreiten– trotz der sehr frühen Uhrzeit!
Immer wieder konnten wir erleben, wie menschlich zugewandt sie mit manchen Situationen umging, viel Verständnis hatte und nicht ein Mal ungeduldig oder gar ungehalten war. Mehrfach staunten wir, welche Tipps und Hilfestellungen sie einzusetzen wusste, wenn es hier oder da hakte und wir nicht so weiterkamen, wie z.B. Koloraturen zunächst als „dabadaba dabadaba da ba da ba“ zu singen, um sich zunächst voll auf die Töne zu konzentrieren.
Oder sie spornte uns an, den Text zu sprechen und sich dabei unbedingt zu vergegenwärtigen, wer da gerade wie spricht; z.B. bei dem Chor der Volksmenge „Nicht dieser, sondern Barrabam!“ müsse der hasserfüllte Mob hörbar werden, der sich hier lautstark äußere. Sie veränderte auch die gewohnte Sitzordnung beim Üben, und tatsächlich – das klang ja richtig gut so! Konsequent bestand sie darauf (wie schon Hyejoung gefordert hatte), den angegebenen richtigen Ton am Anfang eines Chorstücks nur zu hören und nicht etwa (womöglich falsch) „anzusummen“. Selbst altgediente Chorsänger mussten zugeben: Tatsächlich, das klappt!
So waren die Proben nie langweilig, vielmehr immer konzentriert, sie hat uns einiges abverlangt und vielleicht gerade deswegen vorangebracht. Dass auch der Humor dabei nicht zu kurz kam, trug zu einer guten und konstruktiven Atmosphäre bei.
Chorsingen bzw. -leitung ist für Frau Rauscher eben nicht nur irgendeine dienstliche Verpflichtung, sondern ein echtes persönliches Anliegen– das haben wir feststellen dürfen. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sie sich monatelang von Troisdorf nach Altenkirchen auf den Weg gemacht, oder sie reiste gar von noch weiter entfernten Terminen an, die sie für die EKiR wahrnehmen musste: Dienstagabends war sie pünktlich im Martin -Luther-Saal!
Ja, diese Vertretung war weitaus mehr als nur eine (vielleicht) nötige Pflicht!
Wir wünschen Ihnen, liebe Frau Rauscher, weiterhin alles Gute und Gottes Segen für Ihre Tätigkeit und weiteren Weg. Ihre Begeisterung und Ihre Bereitschaft haben uns in dieser Zeit geholfen; das Singen hat einfach Freude gemacht, und es war nie langweilig: DANKE für alles!

Ernst W. Thomas

Bach in der Christuskirche

„Komm, du süße Todesstunde…“ – das ist der Titel der Kantate Nr. 161 zum 16. Sonntag nach Trinitatis.
Eine solche Aussage mag für heutige Ohren recht befremdlich klingen, könnte man doch meinen, dass hier der Tod gepriesen werde – aber dem ist mitnichten so!

Als die Kantate vor 1717 entstand (sog. Weimarer Zeit J. S. Bachs), war der Tod vielen Menschen gegenwärtiger als heute. Häufig war das Leben mit schlimmsten Erfahrungen und großem Leid verbunden, und es gab nicht wenige, die die Katastrophe des 30jährigen Krieges und dessen Auswirkungen noch miterlebt hatten.

Kantate2

Nach dem irdischen Jammertal in die Herrlichkeit des ewigen Lebens einzugehen war also eine Erlösung und starke Hoffnung; der Text „Komm du süße Todesstunde“ muss von daher verstanden werden. Ihm liegt ja auch der Text aus Lk. 7,11-17 zugrunde, in dem es um die Auferweckung eines jungen Mannes durch Jesus geht.

Im Laufe seines langen Wirkens hat J. S. Bach mehrere Kantaten für den 16. Sonntag nach Trinitatis komponiert. Am 29. September kam eine davon in der Christuskirche zur Aufführung: die Kantate Nr. 161. Die zahlreichen Zuhörenden erwartete ein besonderer Genuss, gilt doch diese Kantate auch unter Bachexperten als eine seiner herausragenden Werke. Musikalisch auffällig sind besonders die Blockflötenpassagen, die eine hervorgehobene Rolle spielen (Trauer-Thematik!).

Die Kantorei sowie ein kleines Barockensemble unter Leitung von Hyejoung Choi musizierten diese bemerkenswerte Kantate – und es entspricht eigentlich genau der Intention von Bach, der die Stücke in erster Linie für den Gottesdienst und nicht für eine rein konzertante Aufführung gedacht hat.

Nach den Alt- und Sopran-Soli (Arien, Rezitative) kommt der Chor am Schluss der Kantate zum Zug. Im 5. und 6. Teil (Chorus & Choral) singt er von der „süßen Himmelfreude“ und bringt die Sehnsucht nach einem ewigen Leben in Gemeinschaft mit Jesus zum Ausdruck: „Jesu komm und nimm mich fort!“ Im folgenden abschließenden Choral wird das noch einmal thematisiert und wie ein Bekenntnis gesungen, dass unser sterblicher Leib durch Christus auferweckt wird zu einem Leben in himmlischer Freude: „Was schadt' mir dann der Tod“?

Die Chorwerke von J. S. Bach sind für uns als Chor immer ein besonderes Erlebnis; die Kantate Nr. 161 ist da auf jeden Fall ganz vorn mit dabei.

Ernst W. Thomas